Mein Herz, ich will dich fragen
Mein Herz, ich will dich fragen,
Was ist denn Liebe, sag’? -
“Zwei Seelen und ein Gedanke,
Zwei Herzen und ein Schlag!”
Und sprich, woher, woher kommt Liebe? -
“Sie kommt und sie ist da!”
Und sprich, wie schwindet Liebe? -
“Die war’s nicht, der’s geschah!”
Und was ist reine Liebe? -
“Die ihrer selbst vergißt!”
Und wann ist Lieb’ am tiefsten? -
“Wenn sie am stillsten ist!”
Und wann ist Lieb’ am reichsten? -
“Das ist sie, wenn sie gibt!”
Und sprich, wie redet Liebe? -
“Sie redet nicht, sie liebt!”
(Friedrich Halm)
Neulich beim Metzger…
Ich: Grüß Gott! Ich hätte gerne 6 Schweinerippchen.
Verkäuferpärchen: *Schweigt und schaut verunsichert…*
Ich: *Schweige. Schaue unsicher zu Christoph. Der schweigt ebenfalls.*
Verkäufer: Was meinen Sie?
Ich: Na Rippchen vom Schwein…
Verkäufer: Wissen Sie, bei Leuten die nicht waschechte Oberbayern sind, müssen wir immer nochmal nachfragen…. nicht dass Sie eigentlich etwas ganz anderes meinen… Also möchten Sie so etwas hier *zeigt auf ein Stück Fleisch (vermutlich Schweinehals oder so…)*
Ich: Nein. So etwas hier *zeige auf die Schweinerippchen und hinterlasse dabei einen Fingerabdruck auf der Scheibe der Verkaufstheke*
Verkäuferin: Achso, das sind bei uns Schälrippchen oder sowas hier sind Spareribs.
Ich: Gut, dann eben 6 von den “Schälrippchen” bitte.
Verkäuferin: Das macht dann EUR 5.80 bitte!
Ich: *krame in meinem Portenmonnaie nach dem Geld und verkneife mir einen Kommentar da die gute Frau die “Schälrippchen” als “Spareribs” abgerechnet hat.*
Wieder auf dem Parkplatz fragen wir uns beide was man eigentlich an dem Wort “Schweinerippchen” falsch verstehen kann? Ich geh doch nicht zum Metzger und bestelle Schweinerippchen wenn ich Halsgrat oder sowas haben will?!? Falls ich hier falsch liege und es tatsächlich bundesweit andere Bezeichnungen für Rippchen gibt – bitte melden!
Social Müdia? Back to the roots!
Etwas ist nur so lange “cool” wie es noch nicht jeder hat. Wenn sich aber immer mehr Menschen auf deinem Profil tummeln und du dir vorkommst wie in einer überfüllten Studentenbude wird es vielleicht bald eher nervig einen Account am Leben zu erhalten. Der komische Typ von nebenan, Frau Müller aus der Grundschule und der nervige Arbeitskollege aus dem 3. Stock – jeder gibt seinen Senf dazu und müllt die virtuelle Pinnwand mit nutzlosen Kommentaren voll. Ja fast schon akribisch muss man seine Privatsphären-Einstellungen überprüfen um nicht sein Leben mit der ganzen Welt zu teilen. Warum machen wir das eigentlich? Wen interessiert’s ob man jetzt in einer Beziehung ist oder gerade am Strand in Italien liegt? Setzen wir uns somit nicht einem immer stärker werdenden sozialen Druck aus? Jeder möchte glücklicher, schöner oder cooler als der Andere wirken und ist regelrecht enttäuscht wenn niemand den geänderten Status “liked” oder einen Kommentar abgibt. Man sollte doch sein eigenes Leben leben und nicht das der Anderen. Unsere eh schon so knapp bemessene freie Zeit verbringen wir damit uns durch diverse Neztwerke zu klicken, Profile zu aktualisieren oder virtuelle Städte, Bauernhöfe oder Freizeitparks am Leben zu erhalten… Verrückte Welt.
Was haben wir eigentlich früher gemacht? Wie war es als man nicht ständig mit dem Gedanken im Kopf leben musste vielleicht etwas zu verpassen? Wie war es, als man nicht ständig erreichbar war und seine Freunde noch im Café anstatt im Chat getroffen hat? Wann hast du das letzte mal einen Brief oder eine Postkarte geschrieben? Dich das letzte mal gefreut als du den Briefkasten aufgeschlossen hast und dir selbst eine entgegen geflattert kam? Fotos in ein Album geklebt oder Erinnerungen in einem Tagebuch festgehalten? Was kann man später seinen Kindern eigentlich noch weitergeben? Log-In Daten für sein Facebook Profil oder einen USB-Stick mit tausenden von angesammelten Fotos? Vielleicht legt man ja auch schon bald bei der Geburt seines Sprößlings ein eigenes Facebook Profil an und dokumentiert sein Leben dank der neuen praktischen Chronik, die uns Mark Z. zur Verfügung stellt, minutiös mit. Alles wird fotografisch festgehalten und jeder der uns vor die Linse läuft geknippst. Anschließend lassen wir noch einen Weichzeichner darüber laufen oder versetzen das Bild mit einer von diversen Fotoapps in die Retroperspektive. Ich weiß noch wie schön ich es fand in den Fotoalben meiner Eltern zu blättern und die wenigen aber dafür aussagekräftigen Bilder aus meiner Kindheit zu betrachten.
Werden Facebook & Co. vielleicht bald wegen Überfüllung geschlossen? Ist die Spitze des Erfolgs mit 800 Millionen Nutzern weltweit vielleicht langsam ausgereizt? Sind die Menschen das ständige gezwitscher, gegruschel und geadde langsam leid? Erkennt man mit etwas Abstand zur Sache langsam wie durchsichtig man geworden ist und wie man sein Leben quasi an die großen Firmen verkauft? Wenn man auf der Straße gebeten wird an einer Umfrage teilzunehmen schüttelt jeder energisch den Kopf und vermutet gleich das Schlimmste. Nie würde man private Fotos, Geburtsdaten, E-Mail Adressen oder gar Handynummern rausrücken. Im Social Media alles kein Problem. Hier teilt man der Welt seinen Musikgeschmack, das Lieblingslable oder die Lieblingsautomarke mit, drückt “Gefällt mir” Knöpfe und teilt Websiten, Musikvideos oder Bilder. Kostenlose Marktforschung quasi. Also ist am Ende doch jeder selbst dafür verantwortlich wie “nackig” er sich macht.
Bei all den negativen Aspekten gibt es natürlich auch viele positive. Man denke an den Arabischen Frühling oder die Initiative der Polizei, die im Social Web nach kriminellen fahnden kann. Kostenlose Nachrichtenfunktionen oder Internet-Telefonie via Skype durch die man schnell mit Freunden und Familie auf der ganzen Welt in Kontakt treten kann. Die Möglichkeit der freien Meinungsäußerung und der Zugriff auf das aktuelle Weltgeschehen. Vieles ist einfacher, besser und schneller geworden. Dinge auf die auch ich nicht verzichten möchte. Es ist irgendwie Segen und Fluch zugleich. Man sollte bei dem ganzen Web-Wahnsinn nur nicht vergessen, was die wichtigen Dinge des Lebens sind und die schönen Momente bewusst genießen und so lange wie möglich auskosten anstatt sie sofort mit seinen virtuellen Freunden zu teilen. Wieder lernen sich auf einen Text zu konzentrieren und vollständige Sätze zu schreiben anstelle seine Emotionen durch Abkürzungen oder Smilies auszudrücken. Entscheidungen für sich selbst treffen und nicht an denen anderer fest machen. Ein reales Leben leben.
Wie sagte ein User auf Twitter neulich so schön und zeigte damit die Möglichkeiten des Mediums Internet auf: “Mir ist langweilig. Kopier’ ich mir eine Doktorarbeit zusammen oder zettel ich eine Revolution an?”
Tschüss 2011
Vorherrschendes Gefühl für 2012?
Ungeduld, Tatendrang, Neugier
2011 zum ersten Mal getan?
In einer offenen Bergseilbahn gefahren
2011 nach langer Zeit wieder getan?
Fotos entwickeln lassen und in ein richtiges Album eingeklebt
2011 leider gar nicht getan?
selbst nach 5 Jahren München immer noch nicht auf dem Tollwood gewesen
Wort des Jahres?
Terrorzelle (so ein Quatsch!!!)
Mein persönliches Wort des Jahres?
Beutolomäus
Verliebt?
Ja
Getränk des Jahres?
Aperol Spritz
Essen des Jahres?
Chicken Oriental von Dean & David
Die schönste Zeit verbracht mit?
Der Familie
Die meiste Zeit verbracht mit?
Christoph
Song des Jahres?
Adele – “Someone like you”
Buch Autor des Jahres?
Sebastian Fitzek
Erkenntnis des Jahres?
Sag niemlas nie
Nachbar des Jahres?
Der nette Herr aus dem Bioladen unter uns, der immer unsere Pakete annimmt
Beste Idee/Entscheidung des Jahres?
Ich glaube eine große gab es nicht sondern eher viele kleine die mich glücklich machen
Schlimmstes Ereignis?
Zum Glück gab’s dieses Jahr keins – zumindest ist mir keines im Gedächtnis geblieben.
Schönstes Ereignis?
Die Ziellinie am 26. Juni gemeinsam überquert zu haben
2011 war mit einem Wort?
Erkenntnisreich
Ich wünsche allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Verschobenes Werteempfinden
“In guten wie in schlechten Tagen…” oder “Bis der Tod uns scheidet….” Diese Sätze scheinen für viele heute einen nicht mehr so hohen Stellenwert zu haben wie das früher vielleicht einmal der Fall war. Es wird geheiratet. Man lässt sich scheiden. Man heiratet wieder und wenn es nicht klappt schmeißt man eben wieder hin. Was solls?! Hört überhaupt noch irgendjemand dem Standesbeamten oder dem Pfarrer zu wenn man sich gegenseitig das Ja-Wort gibt?
Egal ob Freundschaft, Ehe oder Liebesbeziehung – wenn es mal etwas schwieriger wird gibt der moderne Mensch heute einfach auf. Wenn einem der Partner zu unbequem wird oder nicht mehr in die aktuelle Lebenssituation passt wird er einfach abgelegt wie ein alter Pullli der langsam anfängt zu kratzen und einem über die Jahre viel zu klein geworden ist. Warum gibt sich eigentlich kaum einer mehr Mühe eine Beziehung am Laufen zu halten? Klar ist nach 10 Jahren nicht mehr alles so frisch und toll wie am Anfang und - man mag es nur schwer glauben - auch in der besten Beziehung schleicht sich irgendwann der Alltag ein doch ist es nicht gerade das, was eine Beziehung zu dem macht was es ist, der gemeinsame Alltag?!
Er
Er ist klein, übergewichtig und hat lange schwarze Haare die ihm meist zottelig ins Gesicht hängen. Meistens fällt er durch sein ordinäres Verhalten auf oder macht sich durch unkontrollierte Geräusche bemerkbar. Sein Mundgeruch macht jedes Gespräch mit ihm zur Qual. Meist bewegt er sich auf allen Vieren fort oder humpelt in einer gebückten Haltung griesgrämig vor sich hin. Er verfolgt mich jeden Tag und hat mich fest im Griff. Ich versuche mich ihm zu widersetzen doch habe nur selten Erfolg.
Er wohnt bei mir zu Hause, begleitet mich auf Arbeit und verreist mit mir in den Urlaub. Fliehen ist zwecklos. Keiner merkt in was für einer misslichen Lage ich mich befinde denn er droht mir mit schrecklichen Dingen wenn ich jemanden etwas von ihm erzähle. Manchmal, wenn er gute Laune hat und nicht hungrig ist, schaffe ich es ihn zu besänftigen und kann mich für ein paar Stunden von ihm losreisen – doch es dauert nicht lange und er hat mich wieder…
Aber ich bin nicht allein. Hin und wieder glaube ich, dass es vielen so geht wie mir. In unterschwelligen Bemerkungen von Freunden und Bekannten meine ich oft herauszuhören, dass auch sie einen stillen Kampf in sich austragen. Vielleicht haben wir ja eine Chance ihn zu besiegen wenn wir uns zusammen tun… Doch als ob er meine Gedanken lesen könnte rutsch er ganz nah an mich heran und schaut mich mit seinen blutunterlaufenen Augen böse an. Ich verwerfe den Gedanken sofort – gegen meinen Inneren Schweinehund komme ich einfach nicht an….




